Tymmo-Kirche
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lütjensee

KIRCHENGEMEINDE SEIT 1953

 

Anfänge der Kirchengemeinde Lütjensee

Fotos Archiv Kirchengemeinde Lütjensee | Fotobearbeitung H. Roick

Alte Chroniken berichten, dass es in Lütjensee im späten Mittelalter schon einmal eine Kirche mit einem Friedhof gegeben hat. Auch der Laienprediger Tymmo von Hamme wird dort erwähnt, der als Missionar im 11. Jahrhundert in Stormarn gewirkt haben und als Märtyrer gestorben sein soll. Nach ihm ist unsere Kirche benannt. Das Sgraffito von Harald Duwe im Vorraum der Kirche stellt den tragischen Tod Tymmos dar. Spätere historische Untersuchungen haben ergeben, dass Tymmo von Hamme höchstwahrscheinlich ein einflussreicher stormarnischer Adliger gewesen ist.

Über die Anfangszeit der Kirchengemeinde Lütjensee berichtet Gerhard Landré, der Sohn von Johanna Landré, die in erheblichem Maße zur Gründung unserer Gemeinde beigetragen hat.

 

 

Johanna Landré  (1909 bis 1988)

von Gerhard Landré 

Es ist keine Übertreibung, wenn ich die Gründung der Kirchengemeinde Lütjensee und deren jahrzehntelange Begleitung als Kirchenvorstands-mitglied als das Lebenswerk meiner Mutter Johanna Landré bezeichne. Ohne ihre intensiven Überlegungen und Gedanken wäre unsere Kirchengemeinde Lütjensee vielleicht nie oder möglicherweise erst zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt gegründet worden.

Meine Eltern wohnten seit Beginn der 1930er Jahre in Lütjensee, zunächst an zwei verschiedenen Orten. 1938 bauten sie dann unser eigenes Haus an der Großenseer Straße und waren damit endgültig in Lütjensee angekommen. Insofern handelte meine Mutter mit ihren Kirchenplänen als echte Lütjenseerin. Ihre ersten Denkansätze reichen zurück bis deutlich vor das Jahr 1950. Schon zu dieser Zeit war sie zusammen mit Herrn Emil Ahlers Kirchenvorstandsmitglied der Kirchengemeinde Trittau, wozu Lütjensee seinerzeit gehörte. Die Überlegungen für weitreichende Pläne entsprangen der Zeit nach 1945, die für uns alle erhebliche Veränderungen gebracht hatte. Als Folge des 2. Weltkrieges war es durch den Flüchtlingsstrom aus dem Osten zu einer beachtlichen Steigerung der hiesigen Einwohnerzahlen gekommen. Hieraus ergab sich, dass der einzige Trittauer Pastor eine Aufgaben kaum noch angemessen bewältigen konnte, wodurch sich insbesondere Grönwohld und Lütjensee benachteiligt fühlten. Aus damaliger wirtschaftlicher Lage war eine zweite Pastorenstelle in Trittau nicht zu verwirklichen.

Zu dieser Zeit traf sich in Lütjensee in einem kleinen Haus am Heideweg eine Evangelische Gemeinschaft, die in regelmäßigen 14-tägigen Intervallen Gottesdienst hielt. Hierzu fühlte sich meine Mutter nie recht hingezogen, bis sie dortige Evangelisationsvorträge doch sehr überzeugten. Trotzdem sollte diese Umgebung für sie keine Lösung sein, sondern sie wollte unbedingt ein Ergebnis im Rahmen der lutherischen Landeskirche erreichen. In unserer gegenwärtigen Zeit unwahrscheinlich hohen Anspruchsdenkens ist es kaum mehr vorstellbar, wie bescheiden die damaligen Ansprüche waren. Für alle kirchlichen Handlungen der zu gründenden Gemeinde war zunächst an die Übernahme einer großen Baracke vom Roten Kreuz oder die Errichtung eines „Notbaus“ gedacht.

Nach Gründung der Kirchengemeinde Lütjensee zusammen mit Grönwohld und Großensee kam es dann bereits 1953 zum Bau des Pastorats, das insbesondere durch einen wunderschönen Gemeindesaal beeindruckte, und später zum Kirchbau. Hierbei waren wiederum wesentliche Vorschläge meiner Mutter, zuerst nur den Turm zu bauen (1955/56), um Glocken läuten zu lassen; erst bei weiteren finanziellen Mitteln die Kirche (1961).

Zuvor waren erhebliche Grundstücksfragen zu klären, wobei der dabei zu leistende Arbeitsaufwand nicht unterschätzt werden sollte. Ein besonderes Einzelprojekt waren die Auftragsvergabe und der Erwerb der Glocken. Auch hierzu wurden beachtliche finanzielle Mittel benötigt. Es war eine nette Idee, für die Spenden-Sammlungen so genannte „Glockenkarten“ zu entwerfen. Diese wurden dann für alle Sammlungen intensiv eingesetzt, von Kleinstspenden bis zu großen Beträgen. Die Doppelkarten hatten Postkartenformat sowie zwei Abschnitte für den Spender und den Sammler. Es gelang, die Finanzierung der Glocken fast ausschließlich durch das Spendenaufkommen in der Gemeinde zu erreichen. 

Als die Kirche nach den Entwürfen des Architekten Hübner 1961 vollständig fertig war, fiel es dem damaligen Pastor Uwe Steffen schwer, seinen schönen Gemeindesaal zu verlassen und nun in die so viel größere Kirche zu ziehen.

Meine Mutter blieb viele Jahre ununterbrochen Mitglied des Kirchenvorstandes. Darüber hinaus hatte sie schon zuvor weitere kirchliche Aufgaben übernommen: Mitglied der Propsteisynode in Hamburg-Volksdorf, Mitglied als Synodalvorstand dieser Synode sowie schließlich Mitglied der Landessynode Schleswig-Holstein in Rendsburg. Alle diese Ämter waren mit einem sehr großen Zeitaufwand verbunden. Es sei nicht unerwähnt, dass das meinem Bruder und mir als Kinder gar nicht gefiel, weil unsere Mutter wegen der Kirche wenig Zeit für uns hatte und nur Hausangestellte oder Sprechstundenhilfen aus der väterlichen Arztpraxis sich um uns kümmerten. Trotzdem: Für die Kirchengemeinde Lütjensee spielte meine Mutter eine prägende Rolle. Beerdigt wurde meine Mutter 1988 in dem von ihr ausgesuchten Familiengrab auf dem Lütjenseer Friedhof. Den Trauergottesdienst hielt der ehemalige Lütjenseer Pastor Uwe Steffen.

 

Pastor Hermann Laugs 

Der erste Pfarrstelleninhaber der neuen selbständigen Gemeinde war Pastor Hermann Laugs. Er war 36 Jahre alt, als er im Mai 1953 mit seiner Frau und drei Kindern nach Lütjensee kam. Seine Wohnung war zunächst die Villa Warnholtz am Kuckucksberg, die gleichzeitig Versammlungsort der Gemeinde war. Gottesdienste wurden in der Schule gehalten. Nach der Fertigstellung des Kirchsaals und der Pastorenwohnung begann Pastor Laugs Anfang 1954 eine ungewöhnliche Aktion: Er sammelte Geld für Kirchenglocken. Auf Beschluss des Kirchenvorstands sollte noch vor dem Bau der Kirche der Kirchturm errichtet werden. Ein Werbeblatt, eine sogenannte Glockenkarte, wurde entworfen. Die Herstellungskosten von 2.000 Exemplaren übernahm ein KV-Mitglied. Die Verteilung der Glockenkarten durch Jugendliche an jede Familie wurde genau organisiert. 

Dann folgten die „Glockenbesuche“, die Pastor Laugs mit Mitgliedern aus dem Kirchenvorstand, gelegentlich mit Jugendlichen oder auch allein unternahm. Das war eine aufwändige, aber lohnende Aktion. Der Spendenstand wurde in der Presse veröffentlicht. Im November waren es 625 DM, Ende Dezember schon 9.123 DM. Mitte Januar 1955 war die 10.000-DM-Grenze überschritten. „Das ist ein reines Wunder Gottes. … Es gab auch harte Herzen und ich wurde hier und da mit beachtlicher Bestimmtheit rausgeworfen. Aber das macht nichts. Es stärkt das Wissen darum, dass Gott allein mächtig ist und immer, wenn ich verzagt werden wollte, sandte Gott einen Geber, der mein Herz wieder fröhlich machte.“  (P. Laugs in der Gemeindechronik)

In der Silvesternacht 1954/55 kaufte Pastor Laugs telegraphisch von den Spendengeldern 1.500 kg Glockenmetall, weil der Preis zu diesem Zeitpunkt besonders niedrig war. Durch den schnellen Kauf wurden 300 DM gespart. Trotz seines Herzfehlers, den er sich als Marineoffizier bei zwei Schiffsuntergängen im 2. Weltkrieg zugezogen hatte, arbeitete Pastor Laugs durchschnittlich 17 Stunden am Tag. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, so dass er im Juni 1955 ins Krankenhaus musste.  Auch dort ließen ihn die Gedanken an seine Gemeinde nicht los. Er formulierte die Inschriften für die drei Glocken, die später neben dem Siegel der Kirchengemeinde und der Jahreszahl in die Form für den Guss eingelegt wurden. Die Glocken wurden im Altjahresgottesdienst am 31.12.1955 geweiht und läuteten das neue Jahr 1956 ein. Pastor Laugs selber erlebte den Glockenklang nicht mehr. Er verstarb am 24. Oktober 1955.

Pastor Laugs hat in den zwei Jahren seiner Amtszeit vieles geleistet, für das wir noch heute Respekt und tiefe Dankbarkeit empfinden. Das Läuten der Glocken erinnert allezeit an seinen unermüdlichen Einsatz, durch den er so viele Menschen überzeugen und für seine Idee gewinnen konnte.

Glockensprüche

Große Glocke:

Tymmo heiße ich.   Zu Christus rufe ich.  Noch heut bekehre dich! 

 

Stundenglocke:

Wie Sand verrinnt die Zeit.   Schon naht die Ewigkeit.  Bist du für sie bereit? 

 

Taufglocke:

Im Wasser durch den Geist   die Tauf den Menschen speist.  Tritt noch der Glaub hinzu,  schenkt Gott einst ewge Ruh.

 

Archiv

 

 

Bärbel Glanert, Ansgarkreuzverleihung am 2.12.2012

Pastor Fehrs, Leif und Bärbel Glanert, Propst a. D. Berend Siemens (v. li.)


Höchste Auszeichnung für Bärbel Glanert

Lütjensee, 2.12.12 - Die höchste Auszeichnung der Ev.-Luth. Kirche im Norden erhielt die seit 40 Jahren ehrenamtlich in der Kirchengemeinde engagierte Bärbel Glanert.

In einem festlichen Advents- und Taufgottesdienst in der Tymmo-Kirche in Lütjensee heftete ihr ehemaliger Pastor und späterer Propst Berend Siemens ihr das Ansgarkreuz an.

Es ist nach dem ersten Bischof von Hamburg, dem Heiligen Ansgar, benannt und wird an Gemeindemitglieder verliehen, die durch großen persönlichen Einsatz in der Kirchenarbeit hervorgetreten sind.
Der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Jürgen Lünzmann, verlas ein Grußwort des amtierenden Propstes für Hamburg Ost Hans-Jürgen Buhl, der an diesem Tag in Bargteheide einen Pastor in sein Amt einführte und die Ehrung nicht selbst vornehmen konnte.

Gruß- und Dankesworte auch vom Kirchengemeinderat verlesen von dessen
Mitglied Christina Gloyer.

 
Pastor Karsten Fehrs begrüßte neben zahlreichen Gottesdienstbesuchern die Bürgermeisterin von Lütjensee Ulrike Stentzler, den Grönwohler Bürgermeister Ralf Breisacher und den ehemaligen Grönwohlder Bürgermeister Werner Schäfer sowie eine Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Grönwohld.

Der festlichen Rahmen wurde durch eine Taufzeremonie und musikalische Begleitung des Tymmo-Kinderchores und der Kinderkirche sowie einer Fürbitte der Konfirmandengruppe gestaltet.

Unter Leitung des Kantors David Fodor begrüßte und begleitete die Trommelgruppe mit machtvollen Klängen den Einzug zu Beginn des Festgottesdienstes und ein schönes Stück "Trumpet Tone" von dem Finnen Marko Hakanpää, gespielt von David Fodor auf der Orgel, beendete den Festgottesdienst.
"Welch eine große Freude ist es heute für mich, Bärbel Glanert das Ansgarkreuz überreichen zu dürfen!", begann Propst Berend Siemens seine Grußworte. Viele Jahre war er Pastor in der Tymmo-Gemeinde und wirkte dort gemeinsam mit der Jubilarin. Er drückte beider Empfinden aus und bezeichnete das als eine "wunderbare Fügung." "Die Gemeinde erlebe damit eine echte Premiere! Denn noch nie wurde eine Ehrenamtliche in der Tymmogemeinde mit dieser hohen Auszeichnung gewürdigt und wertgeschätzt, obwohl es hier an der Basis immer sehr viel ehrenamtliches Engagement gab und immer noch gibt", so ihr ehemaliger Pastor.

Propst Siemens resümierte:
"Keine Kirche ohne Ehrenamt und Du, liebe Bärbel, prägst das." In der 59-jährigen Geschichte dieser Gemeinde habe sie "sage und schreibe" 40 Jahre lang vorbildlichen, ehrenamtlichen Dienst geleistet. Das sei einfach großartig! Und weiter: "Du bist wahrlich ein echtes Urgestein der Tymmo-Gemeinde!" Worauf die Gemeinde Bärbel Glanert mit einem stürmischen Applaus lobte.

Der Propst würzte seinen Lob mit seinem indirekten Vergleich, dass der erste "Ehrenamtliche" Gottes auch hätte 40 Jahre lang warten müssen, bis er eine Auszeichnung bekam: Moses - bis er endlich das Gelobte Land sehen konnte! Sie habe mit ihren vielen Gaben und ihrer ganzen Kraft, ihrer großen Treue ihrem perfekten und umsichtigen Planungsverhalten und ihrer Phantasie diese Gemeinde entscheidend geprägt, stellte  Siemens fest.


Seit 40 Jahren engagiert sich Bärbel Glanert ehrenamtlich in der Kirchengemeinde. Am 1. Advent 1972 wurde sie in den damals sogenannten Kirchenvorstand gewählt, wo sie 25 Jahre lang in verschiedenen Bereichen mitarbeitete und einige Jahre als stellvertretende Vorsitzende.

„Kirche muss zu den Menschen kommen“ lautet ihr Leitspruch und sie wendet sich immer wieder persönlich an andere und stellt Kontakte zur Gemeinde her.

Sie organisiert seit 40 Jahren die Seniorenarbeit, insbesondere den Seniorenkreis in Grönwohld, gestaltet die Zusammenkünfte und motiviert die Teilnehmerinnen zum Basteln und Handarbeiten, deren Verkaufserlös caritativen Zwecken zugutekommt. Seit 35 Jahren lädt sie regelmäßig in den Sommermonaten zu Ausfahrten ein, damals zusammen mit dem ehemaligen Diakon Blum. Anfangs mit über 100 Teilnehmern in drei großen Bussen und heute mit immerhin noch 70 Personen. Und am Schluss und als selbstverständlicher Teil ihres Programms steht immer dann eine Andacht in den Kirchen der Zielorte mit deren Pastoren, oder von ihr selbst gehalten.

Sie organisierte und leitete auf bisher allen 34 Weihnachtsmärkten rund um die Tymmo-Kirche, zusammen mit "deinen Grönwohlder Frauen" - so Siemens lobend - den größten Einzelstand, den es hier gab. Er erinnere sich: Über diesen Weihnachtsmarkt sei er damals hier Pastor geworden, weil er sie damals getroffen habe und Ortwin von Holst, den damaligen Kirchenvorstand, den er sich gleich "gekrallt" habe. Und er sei dann gern hiergeblieben.

Ein anderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der "Arbeitskreis für gemeindliche und diakonische Aufgaben", deren Mitbegründerin sie vor 31 Jahren war. Themen sind dabei u. a. Informationsnachmittage und der Weltgebetstag im März.

Viele Leute kennen Bärbel Glanert persönlich, denn sie ist auch im Besuchsdienst aktiv und hat immer ein offenes Ohr, nimmt sich Zeit für Gespräche und sucht nach Lösungen, wenn es Probleme gibt. Sowohl mit Sachverstand als auch mit ihrer heiteren, fröhlichen Art hat sie schon oft weitergeholfen.

Propst Siemens erinnerte sich an die Zusammenarbeit mit ihr: "Kannst Du dich vielleicht noch einmal darum kümmern... und darum kümmern..." , sie habe ihm dabei fast nie eine Bitte abgeschlagen. In all den 40 Jahren sei sie eine "echte Kümmerin vor dem Herrn" gewesen und noch heute habe er oft ein "schlechtes Gewissen", wenn er daran denke, sie "so in Anspruch" genommen zu haben, meistens auf Kosten ihrer Familie.

Umso glücklicher und dankbarer sei er, dass ihr Mann Leif ihm das nie übel genommen habe. Er habe ebenso engagiert und ehrenamtlich viele Jahre bis zur Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen das schwere, verantwortliche Amt als Vorsitzender des Kirchenvorstands übernommen.

Er stellte die Frage in den Raum, woher man die für all diese Arbeit die Kraft bekäme. Viele kennen das: Gäbe man erst einmal die kleinen Finger, schnell nehme man, auch im Kirchenamt, die ganze Hand oder die ganze Person und beantwortete sie selbst: "Warum denn nicht?". Solange es freiwillig geschieht und als Dank für das "große, köstliche Geschenk des Glaubens, Gott zur Ehre, dem Menschen zum Wohle der Gemeinde und der Kirche Jesu Christi zum Segen" und - auch für sich selbst! Wie gut fühle es sich doch an, für andere da zu sein. Wer helfe, spüre, dass er oder sie gebraucht würde. Es sei eine ganz wichtige Erfahrung vom Sinn im Leben, und deshalb habe Dietrich Bonhoeffer einmal gesagt, "...es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein und tun kann!"

Nach all ihren Mühen und manchen Enttäuschungen, vor allem den eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten habe sie, Bärbel Glanert, dies immer wieder ermutigend erfahren. Propst Siemens fasste zusammen: "Ein Fest in Jesus und in Christus begründeter Glaube, der macht Menschen stabil, er gibt ihnen Profil und er macht sie mobil! Denn sie war und ist ein ganz großer Schatz für diese Menschen der Tymmo-Kirche!"

 Bilder und Text: W. Domscheit

Kirchen-ABC: Lexikon

Ansgarkreuz

Das Ansgarkreuz ist ein Dankzeichen der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche. Es wird Gemeindegliedern verliehen, die durch großen persönlichen Einsatz in der kirchlichen Arbeit, vorbildliche Förderung der Kirche, ihrer Werke und Einrichtungen sowie durch beispielhaftes Eintreten für einen tätigen Glauben in der Öffentlichkeit hervorgetreten sind.

Es kann auf Vorschlag einer Kirchengemeinde oder einer kirchlichen Einrichtung verdienten Ehrenamtlichen durch den Propst verliehen werden.

Das Ansgarkreuz ist nach dem Vorbild einer Kreuzemailfibel (Gewandnadel) gestaltet. Das Original wurde in der alten Wikingerstadt Haithabu, der Wirkstätte von Ansgar, dem Apostel des Nordens, gefunden.

Die Fibel ist ein Schmuck- und Gebrauchsgegenstand der damaligen Tracht. Das Original hat einen Durchmesser von ca. 2 cm. Die Löcher dienten vermutlich dazu, Bänder der damaligen Tracht zusammenzuhalten. Die Kreuzform war ursprünglich mit Email (vermutlich in roter Farbe) ausgefüllt. Damit gehört dieser Fund zu den ältesten christlichen Zeichen in Nordelbien.

Verfasser: Jörg Fenske, Pastor & Dipl.-Phys.
Internet-Beauftragter der Nordelbischen Kirche