Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lütjensee
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Zeichnung R. Weigand

WEISSAGUNG DES PROPHETEN JESAJA

Predigt von Hauptpastorin und Pröpstin Dr. Ulrike Murmann
am 2. Weihnachtstag 2006, Jesaja 11, 1-9


... Diese Vision ist gewaltig, sie scheint fast ein wenig zu groß für meine Phantasie und widerspricht meinem auf Realismus und Pragmatismus, auf Vernunft und Erfahrung geeichten Verstand: Das wird es auf Erden nie geben, sagt eine innere Stimme in mir.
Frieden und Gerechtigkeit, ein Ausgleich zwischen Arm und Reich, eine Harmonie zwischen Mensch und Tier – das gehört ins Reich der Utopie. Ein so umfassender Friede ist eine Illusion. Gerade gestern ist ein neuer Krieg ausgebrochen zwischen Äthiopien und Somalia – Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Und denken wir an all die anderen Kriegsgebiete in Afrika, im Nahen und im Mittleren Osten. Sind das die Hoffnungsbilder, die wir heute brauchen? Sind das die Visionen, die meine Seele erheben und mich aus meiner Enge befreien? Sind das Symbole, die uns heute zum Frieden und zur Gerechtigkeit anspornen? Diese Bilder sind uns fremd. Aber gerade darin liegt ihre verändernde Kraft. Sie wollen eben keine Prognose sein, kein 5- oder 10- Jahresplan – sie bezeichnen ein Ideal und behaupten: So könnte es auch sein bei euch, so könnte es auch zugehen unter euch, so könnte man auch leben zwischen Mensch und Kreatur. Die nachhaltige Wirkung dieser Bilder liegt gerade darin, dass sie sich nicht integrieren lassen in unsere auf Effektivität und Maximierung ausgerichtete Welt. In dieser Vision geht es um das Miteinander von Menschen, von Mensch und Umwelt, von Geschöpf und Schöpfer. Es spielen ganz andere Maßstäbe eine Rolle als die der Konkurrenz und des Weltmarktes, die unseren Alltag diktieren: Es geht um Frieden, das Recht der Armen und die Gerechtigkeit der Elenden! Ich glaube, wir brauchen solche Hoffnungsbilder, liebe Gemeinde. Denn sie zeigen, dass es auch andere Optionen gibt als die, denen wir uns verpflichtet haben. Kriege müssen nicht sein, die Zerstörung des Schöpfung und die Vernichtung ganzer Tierarten muss nicht sein, ein Mangel an Arbeit und ein Mangel an Bildung muss nicht sein, die Vereinsamung junger und alter Menschen in unserer Gesellschaft muss nicht sein. All dies sind geduldete, mehr oder weniger bewusst in Kauf genommene Folgen unseres Handelns. Sie unterliegen keiner Zwangsläufigkeit, keinem Automatismus. Das zu sehen ist für mich die erste Erkenntnis, die ich aus diesem Text ziehe. Die zweite ist die: Es macht auch keinen Sinn, diese Vision als reale Zielvorgabe
gesellschaftlichen, politischen Handelns zu benennen. Darum ging es auch Jesaja nicht. Dann würde aus dem Ideal eine Ideologie und wir wissen noch ziemlich gut, welch totalitäre Systeme daraus entstehen können. Nein, hier wird kein innerweltlicher Anspruch erhoben, sondern ein eschatologischer, endzeitlicher – so könnte es sein, wenn die Erkenntnis Gottes überall sein wird, so könnte es sein in seinem ewigen Reich. Und so ist es, vereinzelt und unvollkommen überall dort, wo Glauben wächst. Und nun die dritte und für mich wichtigste Erkenntnis an diesem Morgen: Im Blick auf Jesus Christus, ein kleines und verwundbares Kind, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend, gilt: Er kommt zu uns nicht als gekrönter König, sondern als Sohn eines Zimmermanns. Sein Weg des Friedens ist keine Karriere des Erfolgs, keine Straße des Ruhmes, kein Bühne voll Glanz und Gloria. Sondern Jesus wählt einen
anderen Weg, sieht den Kranken am Wegesrand und wendet sich ihm zu, hört den Blinden am See und nimmt sich seiner an, teilt die Sorgen, den Kummer, das Leiden der Predigten an St. Katharinen Seite 5 von 5 Einsamen, Verstoßenen, der Zurückgebliebenen. Für sie nimmt er das Leid auf sich und geht den Weg ans Kreuz. Er ist, was er ist, nicht aus sich selbst, sondern durch den, der ihn gesandt hat. Gottes Weg mit Jesus ermutigt dazu, auch den kleinen Schritte etwas zuzutrauen, zu tun, was zu tun ist und darauf zu vertrauen, dass Gottes Kraft in uns mächtig wird. Wir dürfen das Unvollkommene riskieren, das Vollkommene können wir getrost Gott überlassen. Darin liegt der Zuspruch und die Hoffnung auch für den, der in diesen Tagen an seiner Einsamkeit zu tragen hat, der von Traurigkeit überwältigt wird, obwohl er sich doch mit den anderen freuen möchte. Gott weiß um diese Seite unseres Lebens, gerade darum wird er Mensch, ein Wesen aus Fleisch und Blut, mit Herz und Schmerz, mit Sehnsüchten und Enttäuschungen. Er hat keinen glatten, glänzenden Gewinner erwählt, sondern einen wie du und ich – mit Momenten voller Harmonie und Glückseligkeit, und mit denen voller Spannung und Einsamkeit. Beides gehört zu uns, beides teilt unser Gott, beides darf sein an Weihnachten. Beides hat seine Zukunft bei Gott – deswegen sage ich aus vollem Herzen: Fröhliche Weihnachten und Amen.    ganze Predigt hier lesen



Gott sieht mich liebevoll an
Die Hochzeit ist für viele ein wunderbarer Höhepunkt in ihrem Leben. Die Brautleute sind besonders schön gekleidet. Sie freuen sich aneinander und an dem Wunder ihrer Liebe. Sie sagen zueinander: „Ja! Du bist so wunderbar in meinen Augen, dass ich mein Leben mit dir verbringen möchte.“ Allerdings ist nicht alle Tage hohe Zeit. Da können die Tiere, mit denen man sich betitelt, mit der Zeit immer größer werden. Aus „Mein Hase!“ wird dann schon mal „Du Esel!“
Wie gut, wenn man dann ein gesundes Selbstbewusstsein hat und seinem Partner nicht alles auf die Goldwaage legen muss! Doch woher bekomme ich eigentlich die Gewissheit, dass ich ein wunderbarer und wertvoller Mensch bin? Auch dann, wenn mich Kritik und Frust in Frage stellen? Der Beter des 139. Psalms bezieht seine Gewissheit aus der Begegnung mit Gott. Wunderbar ist er von Gott geschaffen worden und wunderbar wird er von Gott geführt. „Genau so, wie ich bin, bin ich wunderbar.“ Dieses Selbstbewusstsein kann jede und jeder durch das Gespräch mit Gott erfahren. Wunderbar: Gott sieht mich liebevoll an, so wie mich damals mein Lieblingsmensch bei unserer Hochzeit angesehen hat. Und das, obwohl Gott auch meine Schwächen kennt. Ich bin ein wunderbares Original des wunderbaren Gottes, auch wenn ich grauer und faltiger werde. Das macht mich glücklich und ich könnte manchmal die ganze Welt umarmen – so wie damals bei unserer Hochzeit.   Reinhard Ellsel





Foto K. Denecke

PASTOR DENECKE
zweisprachiger Pfingstpodcast

Mein Pfingsten ist Hoffnung

Mien Pingsten is Hoopen



ERNTEDANK

Foto Schumacher - Quelle www.kirche-trittau.de/gemeinde/pastores/pastorin-susanne-schumacher.html

Das Beste im Leben bekommst du geschenkt

Predigt, gehalten am Erntedank-Sonntag, 29.9.2019 in der Martin-Luther-Kirche Trittau
Liebe Gemeinde!

Die Dankbarkeit hat es nicht leicht. Sie lässt sich nicht machen und schon gar nicht erzwingen. Sie ist da oder auch nicht. Sie stellt sich überraschend ein. Ein paar kleine Beispiele:

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