Tymmo-Kirche
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lütjensee

AUS DER KIRCHENGEMEINDE

 

PLATTDÜÜTSCH

IN KARK

Zeichnung R. Weigand

Mank Muurn

No Ferien-Tied un Reise-Segen, wünsch mi, dat all de leven Kinner un ehr Öllern heel wedder torüch sünd. För de Kinner steiht wedder de School un för de Öllern de Arbeet an. Wenn een aver dinkt, dat ward ruhig un still in’t Land „hest di dacht!“ Nu fangt Oma un Opa un anner Senioren dat Reisen an. De Reise-Anbeder hebt sik al lang dor ob instellt, de August un September, hört to de düersten Manden in’t Johr. Aver og de „Reise-Tied“ geiht vörbi un in’n schmuddeligen November sünd de mersten Lüüd wedder torüch in ehr kuschelig, warm Huus or Wahnung. Dor verstoht se og wedder, wo wichtig un seker
dat „Tohuus“ mank egen Muurn is. Og in de Kark, koomt wi to Roh un föhlt uns geborgen un seker, jedeen ob sien Oort. Bi uns in de Kark, stunn een ole Mann ob un seeg: „För mi is Gott, mank düsse Muurn!“ Scheun son fasten Globen, he weet wo sie’n Gott to finnnen is. För mi is dat og de Snack, den ik in’n Achterkopp heff, koom ik in een frömde Kark.
Wi weern in’n Mai, in „St. Peter-Ording“ mien Fro un ik un kemen ob een Utfohrt no „Friechstadt“. Dor har’n wi aver kenen scheunen Dag fotkregen, sowat von natt, kold un gries, an Heven jogen de düster Wulken man so üm de Wett. Aver de Kark wull’n wi noch ankieken un den torüch no St-Peter, in uns mollig Wahnung. Nu is dat mit een Kark so, de hett wat, or nich un düsse nee, de harr nich, dor föhlen wi uns nich good. Mi weer blods kold un schudderich, bie’t rutgohn seeg ik: „Nee, mank düsse Muurn,
is mien leve Gott nich to Huus!“ Rumms, dor harr ik den Bögelgriff vun de dore Döör in’t Krüüz, so ünnenrüm bie’n Steiß, dat weer düchtig to marken. Mien Fro harr dat mitkregen un grien. „Weer de leve Gott wol doch to Huus?“ Seeg se. „De lütten Sünnen ward jümmer glieck bestroft!“ „Den hett he woll de Fedder in den Döörsluter düchtig spannt. Een Karkendöör de mi in’t Krüüz fallt, nee, so harr ik mi dat nich dacht. Een Döör mutt sacht un liesen gohn un og wat utseggen, so as de Döör an een Lübecker Kark. Dor sünd lütte Bronze Figur’n, ünner Regenschirm, buten ob de Klinken. De segt ut: „Gott is mit di, mank düsse Muurn un holt sien Hand, or Schirm över di!“
Richard Weigand

 

LEITGEDANKEN

Grafik A. Härdter


Gemeinschaft

…der Kirche, …in der Familie, eheliche ..., … des Glaubens, Staaten-… – alle reden davon, finden es gut. Aber was ist das eigentlich und gibt es das wirklich? Wir finden, dass Kinder und Jugendliche es unbedingt kennenlernen, am besten auf Fahrten „erfahren“ sollen. Aber wer sorgt eigentlich dafür, wenn es das gibt?
Ich glaube, Gemeinschaft ist etwas, das entsteht, wenn Menschen nicht nur zusammenkommen, sondern darüber hinaus empfinden, dass sie aufeinander angewiesen sind und sich aufeinander einlassen. Man muss gar nicht „pilgern“. Miteinander wandern, gemeinsame Ziele verfolgen, sich um einer Sache willen zusammentun reicht. Und die Freude an dem Erfolg, etwas gemeinsam erreicht zu haben, was keiner für sich allein hätte erreichen können, ist das „Gemeinschaftserlebnis“,
das wir so von Herzen jedem Menschen gönnen, der sich auf den Weg ins Leben macht.
Deswegen feiern wir in der Kirche das „Heilige Abendmahl“, in mancher Gegend mit dem Wort des griechischen Neuen Testaments auch „Eucharistie“ genannt, und wir feiern esganz bewusst bei der Konfirmation, wenn junge Menschen sich aus dem kleinen Kreis der Familie hinaus entwickeln. Das Abendmahl, das in allen christlichen Kirchen als heilige Handlung gefeiert wird, erinnert nicht nur an den letzten Abend, den die Jünger vor seinem Tod mit Jesus verbringen konnten. Dieses „Sakrament“ weist uns darauf hin, dass Gott selbst sich mit uns auf unseren Lebensweg begibt, sich auf
uns einlässt, weil er mit uns etwas schaffen möchte, was er ohne uns ebenso wenig erreichen kann, wie wir ohne ihn: Frieden weltweit. Es gehört dazu, dass wir uns in der Liturgie, im Gottesdienst auch auf ihn, auf seine – uns fremde – Welt einlassen und bereit
sind, unsere gewohnte Umgebung für das gemeinsame Ziel zu verlassen: „Leben für alle!“ Beim Abendmahl stehen wir, wie sonst im Leben auch, zum Teil mit völlig fremden Menschen nebeneinander vor Gott, lassen uns in der Gewissheit auf das Miteinander ein, dass wir im Leben aufeinander angewiesen sind und jede/r von Zeit zu Zeit den Schutz der Gemeinschaft braucht bzw. gewähren muss. Dieses Wissen wach zu halten, auch in Gesellschaften, in denen man glauben könnte, dass es reicht, wenn jede/r sich selbst die/der Nächste ist, ist die Aufgabe der Kirche. Heutzutage ermöglichen elektronische Geräte uns, dass wir niemanden kennenlernen müssen, den wir uns nicht selbst ausgesucht haben. Aber dadurch hindern sie uns vielfach auch daran, überhaupt noch andere Meinungen als unsere eigene und die unserer Freunde zur Kenntnis zu nehmen – und je weniger man andere kennt, desto schwerer wird es, sich mit ihnen zu einigen. Daher möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser in diesem Herbst ganz besonders dazu einladen, diese andere Art der Gemeinschaft, die uns an die Grundlage jeder Gemeinschaft erinnert, bewusst wieder zu üben. Gelegenheit gibt es dazu z. B. bei der Goldenen und Diamantenen Konfirmation am 22.9. Dabei wird noch in ganz anderer Weise spürbar, wie wir uns selbst im Laufe der Zeit verändern und sich Gemeinschaft je und je neu bilden muss, damit sie gelingen kann – mit Gott, wie unter uns. Mit den besten Wünschen für einen Herbst in Gemeinschaft,
Ihr Pastor Jörg S. Denecke


ERNTEDANKFEST

ERNTEDANKFEST 2019 IN GROSSENSEE
2019_Erntedankfest in Großensee.pdf (75.29KB)
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